Aus- und Weiterbildung im Journalismus – ein Überblick

Weiterbildung ist im Journalismus das Um und Auf. Zwar haben viele von uns bereits in unserer Ausbildung jede Menge gelernt, doch die Branche verändert sich unablässig. Klar – wir lernen auch im täglichen Geschäft stets dazu, aber manchmal braucht man einfach neue Inputs von außen. Als praktischer Nebeneffekt bieten Weiterbildungen eine Erweiterung des journalistischen Netzwerks.

Folgend findet ihr einen – von persönlichen Erfahrungen geleiteter – Überblick über Weiterbildungsmöglichkeiten in Österreich:


fjum – forum journalismus und medien

Ich gebe zu, das fjum ist für mich „the place to go“, wenn es um Weiterbildung geht. Erstens, weil es attraktive Angebote (Rabatte) für freie Journalist*innen gibt, zweitens ist man im fjum immer am Puls der Zeit und scheut sich auch nicht, mal etwas Neues oder Ungewisses auszuprobieren.

Grundsätzlich gibt es zwei Schienen: Langfristige Ausbildungen, die sich zum Beispiel für die Bildungskarenz eignen, und einzelne Kurse, die man auch gut zusätzlich zur Arbeit in Anspruch nehmen kann.

Ich selbst habe 2018 den „Zertifikatskurs Digitaljournalismus“ absolviert. Dabei ist es aber nicht geblieben: Wann immer einzelne Workshops angeboten werden, die mich interessieren, bin ich dabei.

Seit der Coronakrise finden viele Kurse auch online statt. Zunächst war mir das nicht so geheuer, aber es bietet die Möglichkeit, auch mit internationalen Journalismus-Pionieren zu arbeiten, die nicht einfach mal so aus New York oder London nach Wien jetten können.

Wer jetzt noch nicht Lust bekommen hat, dem sei ihr ein Auszug aus dem aktuellen Programm ans Herz gelegt:

Kosten

Die Preise für einzelne Kurse variieren, hier kommt es auch darauf an, ob der Workshop online oder offline stattfindet. Beispiel: Ein Schreib-Workshop, der an fünf Abenden stattfindet, kostet für Journalist*innen 180 Euro, für alle anderen Teilnehmenden 690 Euro. Es gibt auch zahlreiche Angebote und Förderungen für freie Journalist*innen sowie fjum-Alumni und Stipendiat*innen.

Der Zertifikatskurs Digitaljournalismus dauert 5 Wochen und kostet 4.900 Euro, für Mitarbeiter*innen von Privatsendern 1.900 Euro und für Stipendiat*innen 400 Euro.


 

FFI – Friedrich Funder Institut

Das Programm des FFI war vor vielen Jahren mein persönlicher Einstieg in der Journalismus. Grund war die breite Ausbildungsschiene für Redakteur*innen von Schülerzeitungen. Heißt: Schon in der Oberstufe bin in von Graz nach Wien gependelt, um einen Lehrgang nach dem anderen zu machen. Das größte Plus: es gab auch immer Praktikumsplätze für die Absolvent*innen. Und – welch Wunder – bei meinem dritten Praktikum habe ich auch meinen künftigen Arbeitgeber kennengelernt.

Aber nicht nur für Schüler ist das FFI ein geeigneter Ort der Weiterbildung, auch „gestandene“ Journalist*innen finden dort ein breites Angebot!

Kosten

Ein Tageskurs wie zB. „Filmen mit dem Smartphone“ kostet 100 Euro, ein dreitägiges Modul „Journalismus und Medienarbeit“ kostet ohne Übernachtung 150 Euro, inkl. ÜN 250 Euro.


 

KFJ – Kuratorium für Journalistenausbildung

Viele meiner Kolleg*innen kommen aus dem Journalisten-Kolleg des KFJ. Diese berufsbegleitende Journalistenschule richtet sich dabei eher an Ein- oder Quereinsteiger. Im Laufe von zwei Semestern gibt es vier Module je zweiwöchige Präsenzmodule (3 in Salzburg, 1 in Wien), dazwischen setzt man auf E-Learning.

Darüber hinaus bietet das KFJ auch einzelne Workshops zu verschiedenen Themen an.

Kosten

Journalisten-Kolleg: Die zwei Semester umfassende Ausbildung kostet 4.380 Euro, Begünstigte zahlen 3.720 Euro. Ein eintägiges Seminar kostet zwischen 150 und 300 Euro, eine ganze Seminarwoche inkl. Übernachtung schlägt mit rund 1.000 Euro zu Buche.


 

Dossier Academy

Vom kostenlosen Grundkurs über „Investigative Recherche“ bis zu „Datenjournalismus“ und „Digital Storytelling“: Die Kurse der Investigativ-Plattform „Dossier“ bieten praxisnahe Fortbildung.


 

APA Campus

Eine große Bandbreite an Workshops und Seminaren bietet auch der APA Campus (Disclaimer: die APA ist mein Arbeitgeber). Das Angebot reicht von Schreibworkshops über SEO-Basics und Info-Grafiken bis zu Storytelling und Podcasting.

Es gibt aber auch größer angelegte Lehrgänge, darunter „Digitale Kommunikation“ oder „PR-Skills“

Kosten

Die Bandbreite ist groß: Ein Webinar zu SEO-Basics kostet 150 Euro, eine ganztägige Schreibwerkstatt 680 Euro. Bei vielen Angeboten gibt es auch Rabatte, vor allem, wenn man sich in einem der Lehrgänge (3.800 Euro) befindet.


 

VÖZ all media

Auch der Verband österreichischer Zeitungen bietet Fortbildung an.


 

biber Akademie

Explizit an den Nachwuchs „mit internationalem Background“ (bis 28 Jahre) richtet sich die biber-Akademie. Zwei Monate lang werden je vier Stipendiaten ausgebildet und veröffentlichen ihre Interviews, Berichte und Reportagen online und im Heft. Einen weiteren Monat absolvieren die biber-AkademikerInnen in einem Partnermedium oder einer Pressestelle ihrer Wahl.

 

Einen Überblick über aktuelle Kurse und Seminare findest du hier.

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