(D)ein Weg zum eigenen Podcast

Wenig überraschend gibt es auch in Sachen Podcast unzählige Möglichkeiten, zum Ziel zu kommen. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren nicht nur mit Equipment, sondern auch mit Hosting-Anbietern und verschiedenen Schnittprogrammen experimentiert. Im Folgenden möchte ich meinen Weg zum Podcast beschreiben und all jenen die Angst nehmen, die das ganze Drumherum als Hürde empfinden.

Was du brauchst

Bevor du loslegst

  • Eine Idee, gefolgt von einem Konzept
  • Genügend Zeit, deinen Podcast auch regelmäßig herzustellen
  • Eine Vorstellung vom Format

Erste Schritte

  • Das richtige Mikrofon
  • Eventuell ein Aufnahmegerät (außer du nimmst am Handy oder PC auf)
  • Einen Hosting-Anbieter (oder auch nicht)
  • Einen Namen für deinen Podcast
  • Ein Logo

Es wird ernst

  • Termin fixieren
  • Aufnehmen
  • Schneiden
  • Exportieren
  • Hochladen
  • Bekannt machen

Das war schon eine ganze Menge.
Schauen wir uns die Punkte im Detail an.

Die Idee
Bestimmt hast du eine Idee, sonst würdest du das hier gar nicht lesen. Dennoch kann es nicht schaden, deine Idee mit Freunden oder Kollegen zu sprechen. Allzu oft kann man nach dem ersten Satz gar nicht mehr so genau erklären, was man eigentlich wirklich vorhat. Wenn es dir hilft, deine Idee aufzuschreiben – tu es einfach. Dann bist du schon mitten drin im Konzept.

Das Konzept
Ein einfacher journalistischer Trick kann dir hier schon helfen. Beantworte zum Einstieg einfach mal die W-Fragen:

  • WER macht diesen Podcast? Bist du allein, hast du einen Gesprächspartner oder wechselnde Gäste?
  • WER sind deine Hörer*innen? Versuche deine Zielgruppe zu beschreiben. Wie alt sind sie? Wo wohnen sie? Was interessiert sie?
  • WAS erwartet dein Publikum? Schreibe dir den Satz ruhig auf: „Mein Publikum erwartet sich von meinem Podcast wöchentlich/monatlich….“
  • WANN oder besser: WIE OFT? Hast du genügend Themen (& Zeit), wöchentlich eine neue Folge zu produzieren? Falls du dir nicht sicher bist, fang lieber mit einem größeren Intervall an. Die Frequenz lässt sich jederzeit erhöhen. Umgekehrt sieht es weniger gut aus…
  • WO wirst du deinen Podcast aufnehmen? Zu Hause am Schreibtisch? Oder unterwegs bei deinen Interviewpartnern? Die Antwort auf diese Frage wird auch eine Rolle spielen, wenn es um die Anschaffung deines Equipments geht.
  • WIE ist dein Podcast aufgebaut? Gibt es eine Dramaturgie? Mehrere Rubriken?
  • WARUM sollen deine Hörer*innen regelmäßig einschalten? Welchen Mehrwert bringst du ihnen?

Das richtige Mikrofon
Bevor du dich daran machst, richtig viel Geld auszugeben, solltest du bereits wissen, WIE du deinen Podcast aufnehmen wirst. Wenn du alleine in deinem Wohnzimmer aufnimmst und keine Gäste empfängst, lohnt es sich bestimmt, in ein großes Kondensator-Mikrofon zu investieren. Damit allein ist es allerdings noch nicht getan (wie ich schmerzvoll merken musste). Du brauchst auch einen Mikro-Ständer oder Mikro-Arm, damit du das Ding nicht ständig in der Hand halten musst. Empfängst du Gäste, brauchst du alles mal 2.

Dabei bleibt es allerdings nicht. Du musst auch wissen, wo du deinen Podcast aufnehmen möchtest – also auf deinem Laptop oder auf einem Aufnahmegerät. Die unterschiedlichen Mikrofone sind nämlich auch für unterschiedliche Kabel-Anschlüsse konzipiert. Steckst du es am Laptop an, brauchst du ein Kabel mit USB-Anschluss, nützt du ein Interface, brauchst du meist einen XLR-Anschluss.

Ich selbst habe dieses Mikrofon*, das ich am Laptop anstecke. Da es jedoch recht schwer ist und leicht mit dem Ständer umkippt, würde ich zu dieser Alternative* raten. Da ich für meinen Podcast allerdings viel unterwegs bin, hat sich diese Variante für mich als wenig praktikabel entschieden. Ich nütze es eigentlich nur mehr, um meine Intros und Outros aufzunehmen.

Das richtige Aufnahmegerät
Damit wären wir schon beim nächsten Thema. Wo nimmst du deinen Podcast auf, wenn du bei deinem Interviewpartner zu Gast bist oder ihr euch irgendwo trefft? Ich habe am Anfang immer meinen Laptop mitgenommen, hatte dann aber immer noch das Problem, wie ich die 2. Spur (jene meines Gastes) aufnehme. Natürlich gibt es für alles eine Notlösung. Ich gab dem Gast das gute Mikro, ich selbst habe meine Spur mit einem Lavalier-Mikrofon auf dem Handy aufgenommen. Es geht, aber es geht nicht gut. Vor allem dann, wenn du im Anschluss die beiden Spuren synchronisieren willst.

Die Lösung war schließlich ein Zoom H6-Aufnahmegerät* plus Rode-Ansteckmikrofone*. Damit das alles halbwegs gut klingt, habe ich mich für die teure Variante entschieden. Am Ende musst du selbst herausfinden, ob du auch mit Low-Budget-Equipment* ein für dich respektables Ergebnis erzielst (wahrscheinlich schon). Entscheidest du dich für ein Lavalier, brauchst du wahrscheinlich auch einen Adapter auf XLR*. Eine Alternative ist ein Dual-Lavalier* oder ein entsprechender Adapter von Rode*, allerdings bekommst du dann nur eine Spur (mit beiden Sprechern drauf, was im Schnitt nerven kann). Willst du dein Handy verwenden, bist du am besten mit diesem Mikro dran, da es einen TRRS-Anschluss* hat.

Das Hosting

Ein Podcast ist nur ein Podcast, wenn er einen RSS-Feed hat

Lothar Bodingbauer

Du musst dienen Podcast also irgendwo hosten, damit er via RSS-Feed automatisch seinen Weg in die zahlreichen Podcast-Apps von iTunes bis Spotify findet. Man kann seinen Podcast natürlich auch selbst hosten. Ich muss zugeben, dass ich mich da bisher noch nicht drübergetraut habe. Eine Anleitung findest du hier (englisch). Vorteil ist, dass du die gesamte Kontrolle hast.

Ich habe meinen ersten Podcast „szenario“ bei Simplecast gehostet, bin mit meinem zweiten Projekt aber zu „stationista“ gewechselt. Der Vorteil: Der Anbieter kommt aus Österreich und das Service ist exzellent. Hier antwortet kein Bot, sondern der Gründer. Er hat mich virtuell durch den Aufbau-Prozess begleitet, was mir sehr geholfen hat. Natürlich gibt es auch Gratis-Anbieter, etw die App „Anchor“ (da macht man gleich alles am Handy), allerdings kann man bei Gratis-Angeboten nie wissen, ob es den Host lange geben wird, noch, ob nicht vielleicht irgendwann einfach ungewollte Werbung dazugeschaltet wird. Your Choice.

Diese Seite wird laufend aktualisiert. Im Herbst findest du hier alles zu den Themen Logo, Aufnahme und Schnitt!

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